Gletscherforschung

Ein Heisses Eis(en)

Gletscherforschung

Wissenschaftler schlagen erneut Alarm: „Selbst bei Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels wird das arktische Eis verschwinden.“ Auch wenn uns das hier in Österreich scheinbar nicht betrifft, so gibt es Orte, an denen auch wir hier in Österreich jeden Tag den Klimawandel und seine Folgen spüren und auch messen können: die Gletscher der Alpen. Sie gehen rapide zurück – in letzter Zeit schneller, als die Experten gedacht haben.

Wer noch nie einen mächtigen Gebirgsgletscher aus der Nähe gesehen hat, dies aber unbedingt einmal tun möchte, sollte also nicht mehr lange warten, denn vieles deutet darauf hin, dass die Eisflächen in den alpinen Bergregionen noch in diesem Jahrhundert zu einem Großteil verschwunden sein werden.

Newton begleitet Wissenschaftler zur alljährlichen Vermessung der Pasterze, dem größten Gletscher Österreichs. In welchem Zustand befindet sich das Eis nach dem niederschlagsarmen Winter 2017 und dem warmen Sommer?

Was für Gletscherschigebiete ein Problem darstellt, ist wiederum für Forscher ein Segen. Die relativ neue Wissenschaft der Gletscherarchäologie darf sich über vermehrt hervortretende Fundstücke freuen. Baumerste, die Tausende Jahre unter dem Eis eingeschlossen und bewahrt wurden, geben wesentliche Hinweise auf das Klima und den Wandel. Denn auch „unsere Gletscher“ sind nicht ewig und waren nicht ewig. Geologen blicken anhand von Holz-und Torffunden in die weit zurückliegende Vorgeschichte der Gletscher und unseres Klimas. Aus der Struktur und den Brüchen im Eis ziehen Geologen Rückschlüsse auf die Verformungen der Gesteinsmassen.

Wissenschaftler in Innsbruck wiederum befinden sich gerade im Wettlauf mit der Zeit. Sie entschlüsseln derzeit das Geheimnis, wie sich Bakterien im Gletschereis gegen Schäden beim mehrfachen Einfrieren und Abtauen schützen können und so auch bei sehr niedrigen Temperaturen für hunderte oder gar tausende Jahre lebensfähig bleiben. Ist dies etwa auch auf anderen Planeten möglich? Und was kann das für uns Menschen bedeuten?

Fragen, die uns das – längst nicht – ewige Eis hoffentlich doch noch beantworten kann.


Director:
Barbara Weissenbeck
Camera:
Marcel Lehman, Roman Bagner
Sound:
Roman Bagner, Andreas Dollfuss
Editor:
Barbara Weissenbeck

Length:
20 Min.
Language:
german
Production year:
2018
Format:
HD

Broadcasters: